Leni spielte im warmen Gras hinter dem Haus. Der Himmel war blau, und kleine Wolken schwebten wie Watte darüber. Plötzlich sah Leni etwas Rotes zwischen den Halmen funkeln.
„Hallo?“, flüsterte sie neugierig.
Ein Marienkäfer kroch langsam aus seinem Versteck. Seine Punkte glänzten in der Sonne. Er hob die kleinen Flügel ein Stück, als wollte er Leni begrüßen.
Leni lächelte. „Du bist aber schön.“
Der Marienkäfer setzte sich auf Lenis Hand. Ganz leicht. Ganz weich. Leni hielt den Atem an, damit er sich nicht erschreckte. Der kleine Käfer bewegte seine Fühler und tippte ihr sanft gegen den Finger.
„Magst du bei mir bleiben?“, fragte Leni.
Der Marienkäfer krabbelte bis zu ihrem Handgelenk und machte dann ein winziges Looping in die Luft. Leni lachte so fröhlich, dass die Blumen im Garten fast mitzuwackeln schienen.
Der Käfer landete wieder – dieses Mal auf Lenis Schulter. Zusammen spazierten sie im Garten umher. Leni zeigte ihm die gelben Blumen, den kleinen Steinweg und den Brunnen, der leise plätscherte.
Als ein Windhauch kam, hob der Käfer seine Flügel. Er flog eine letzte kleine Runde über Lenis Kopf und schwebte dann in Richtung Apfelbaum.
„Tschüss, kleiner Freund“, sagte Leni.
Und der Marienkäfer funkelte kurz auf – als wäre es ein kleines Abschiedslächeln.